Doppelte Haushaltsf├╝hrung: Kosten f├╝r Einrichtungsgegenst├Ąnde voll abziehbar

09.07.2019

Aufwendungen f├╝r Einrichtungsgegenst├Ąnde und Hausrat f├╝r eine im Rahmen einer doppelten Haushaltsf├╝hrung genutzten Wohnung fallen nicht unter die H├Âchstbetragsbegrenzung von 1.000 Euro und sind daher grunds├Ątzlich in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) zu ┬ž 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung entschieden.

Im Streitfall hatte der Kl├Ąger eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsf├╝hrung begr├╝ndet. Aufwendungen f├╝r die Miete nebst Nebenkosten sowie Anschaffungskosten f├╝r die Einrichtung machte er als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nur in H├Âhe von 1.000 Euro je Monat an, da die Abzugsf├Ąhigkeit der Kosten f├╝r die Unterkunft nach der Neufas-sung des ┬ž 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2004 auf diesen H├Âchstbetrag begrenzt sei. Dem widersprach das Finanzgericht (FG). Die Kosten der Einrichtung (Absetzung f├╝r Abnutzung auf angeschaffte Einrichtungsgegenst├Ąnde und Aufwendungen f├╝r geringwertige Wirtschaftsg├╝ter) seien keine Kosten der Unterkunft und seien daher nicht mit dem H├Âchstbetrag abgegolten. Da die ├╝brigen Kosten den H├Âchstbetrag nicht ├╝berschritten h├Ątten, seien die Auf-wendungen in voller H├Âhe abzugsf├Ąhig.

Der BFH best├Ątigte die FG-Entscheidung. Gem├Ą├č ┬ž 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG sind nur die Kosten der Unterkunft auf den H├Âchstabzugsbetrag von 1.000 Euro gedeckelt. Davon sind aber Aufwendun-gen f├╝r Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenst├Ąnde nicht umfasst, da diese nur f├╝r deren Nut-zung und nicht f├╝r die Nutzung der Unterkunft get├Ątigt werden. Die Nutzung der Einrichtungsgegenst├Ąnde ist nicht mit der Nutzung der Unterkunft als solcher gleichzusetzen. Derartige Aufwendungen sind daher - soweit sie notwendig sind - ohne Begrenzung der H├Âhe nach abzugsf├Ąhig.

(BFH, Pressemitteilung Nr. 35 vom 06.06.2019 zu Urteil vom 04.04.2019 - VI R 18/17)