Einheitsbewertung: Wann sind Container ein Geb├Ąude?

29.01.2018

Der 3. Senat des FG Hamburg hatte dar├╝ber zu befinden, ob befristet aufgestellte Container, die f├╝r B├╝ro- und Werkstattzwecke genutzt wurden, bewertungsrechtlich f├╝r Zwecke der Grundsteuer als Geb├Ąude zu qualifizieren sind.

Es handelte sich um zwei Containeranlagen auf einem Luftwerftgel├Ąnde, wovon eine Anlage mit 51 Containern ohne gegossenes Fundament und sonstige Befestigung auf Betonverlegeplatten aufgestellt und mit einer eigenen Asphaltstra├če auf dem Betriebsgel├Ąnde angebunden worden war. Die 13 Container der anderen Anlage waren lediglich auf einer Parkplatzfl├Ąche am Rande einer Werkstra├če aufgestellt worden. Beide Anlagen hatten Vorrichtungen, um mit g├Ąngigen Versorgungsleistungen ausgestattet zu werden und in beiden F├Ąllen blieb ihre Aufstelldauer unter sechs Jahren.

Das Gericht hat nur die kleinere Anlage mit den auf einer Parkfl├Ąche abgestellten Containern nicht als Geb├Ąude angesehen, weil sie nach dem ├Ąu├čeren Erscheinungsbild keine Integration in das Betriebsgrundst├╝ck zeigten, vielmehr provisorisch und vor├╝bergehend aufgestellten Baucontainern vergleichbar seien. Demgegen├╝ber wertete es die gr├Â├čere Anlage als Geb├Ąude. Tragend war dabei die Manifestation der betrieblichen Zweckbestimmung und Funktion im ├Ąu├čeren Erscheinungsbild und die Integration in das Betriebsgel├Ąnde. Im Rahmen einer Gesamtschau machte konkret die Einebnung des Untergrunds, die stra├čenm├Ą├čige Anbindung und der Schutz vor Nagetieren durch Anbringung von Kaninchenblechen und Kiesaufsch├╝ttungen die Anlage zu einem Geb├Ąude.

Gegen das Urteil vom 28. April 2017 (3 K 95/15) wurde die Revision zugelassen und eingelegt (II R 37/17).

(FG Hamburg, Newsletter 4/2017 vom 29.12.2017)