HĂ€usliches Arbeitszimmer: Kein Abzug fĂŒr Umbau des privat genutzten Badezimmers

09.09.2019

Kosten fĂŒr den Umbau eines privat genutzten Badezimmers gehören nicht zu den abziehbaren Aufwendungen fĂŒr ein hĂ€usliches Arbeitszimmer. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

Im Streitfall hatten die zusammen veranlagten KlĂ€ger im Jahr 2011 das Badezimmer und den vorgelagerten Flur in ihrem Eigenheim umfassend umgebaut. In dem Eigenheim nutzte der KlĂ€ger ein hĂ€usliches Arbeitszimmer fĂŒr seine selbstĂ€ndige TĂ€tigkeit als Steuerberater, das 8,43% der GesamtflĂ€che ausmachte. Der KlĂ€ger machte fĂŒr das Streitjahr 8,43% der entstandenen Umbaukosten gemĂ€ĂŸ § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b SĂ€tze 2 und 3 des Einkommensteuergesetzes als Betriebsausgaben im Zusammenhang mit seinem hĂ€uslichen Arbeitszimmer geltend. Diese Aufwendungen in Höhe von rund 4.000 Euro berĂŒcksichtigte das FA - mit Ausnahme der Kosten fĂŒr den Austausch der TĂŒr zum Arbeitszimmer - nicht. Das hat der BFH nunmehr als dem Grunde nach zutreffend angesehen.

Nach dem Urteil des BFH sind Renovierungs- oder Reparaturaufwendungen, die wie z.B. Schuldzinsen, GebĂ€ude-AfA oder MĂŒllabfuhrgebĂŒhren fĂŒr das gesamte GebĂ€ude anfallen, zwar nach dem FlĂ€chenverhĂ€ltnis aufzuteilen und damit anteilig zu berĂŒcksichtigen. Nicht anteilig abzugsfĂ€hig sind jedoch Kosten fĂŒr einen Raum, der wie im Streitfall das Badezimmer und der Flur der KlĂ€ger ausschließlich - oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang - privaten Wohnzwecken dient. Erfolgen Baumaßnahmen in Bezug auf einen privat genutzten Raum, fehlt es an GebĂ€udekosten, die nach dem FlĂ€chenverhĂ€ltnis aufzuteilen und anteilig abzugsfĂ€hig sind.

Da das Finanzgericht (FG) keine hinreichenden Feststellungen zu ebenfalls streitigen Aufwendungen fĂŒr Arbeiten an RolllĂ€den des Hauses der KlĂ€ger getroffen hatte, konnte der BFH allerdings in der Sache nicht abschließend entscheiden und verwies die Sache an das FG zurĂŒck. Sollte es dabei um die Rollladenanlage des Wohnzimmers gegangen sein, lĂ€gen auch insoweit keine abziehbaren Aufwendungen vor.

(BFH, Pressemitteilung Nr. 47 vom 1.8.2019 zu Urteil vom 14.5.2019 - VIII R 16/15)