Kapitalmarktunion: Neue Steuerleitlinien sollen grenz├╝bergreifendes Anlegen erleichtern

09.01.2018

Wie die Europ├Ąische Kommission im Aktionsplan zur Kapitalmarktunion dargelegt hat, m├Âchte sie die Mitgliedstaaten dazu bewegen, Systeme der Quellensteuererleichterung sowie bessere Erstattungsverfahren einzuf├╝hren. Der am 11.12.2017 vorgelegte Kodex orientiert sich an den neun bew├Ąhrten Verfahren, die die Kommission zusammen mit der Expertengruppe f├╝r die Beseitigung der Hindernisse f├╝r den freien Kapitalverkehr in Bezug auf Quellensteuerverfahren ermittelt hat.

Eine Quellensteuer ist eine Steuer, die, wenn die Eink├╝nfte ├╝ber eine Grenze transferiert werden, nicht vom Empf├Ąnger der Eink├╝nfte, sondern an der Quelle gezahlt wird. In besonderen steuerlichen Vereinbarungen zwischen Mitgliedstaaten ist jedoch h├Ąufig eine Verringerung der Steuerlast vorgesehen, um Investitionen zu f├Ârdern. Zu Komplikationen kann es daher kommen, wenn eine Quellensteuer auf Eink├╝nfte erhoben wird, die nach einer solchen Vereinbarung f├╝r einen erm├Ą├čigten Steuersatz in Betracht kommen. Wenn der Steuerzahler dann die Erstattung der zu viel gezahlten Steuern beantragt, sieht er sich h├Ąufig mit einem langsamen und schwerf├Ąlligen Erstattungsverfahren konfrontiert. Die den Anlegern in der EU entstehenden Befolgungskosten und nicht in Anspruch genommenen Steuererleichterungen (einige kleinere Investoren beantragen m├Âgliche Steuererstattungen gar nicht erst) werden auf insgesamt 8,4 Mrd. Euro pro Jahr gesch├Ątzt.

(EU-Kommission, Pressemitteilung vom 11.12.2017)