Kosten f├╝r ein h├Ąusliches Arbeitszimmer bei nur geringf├╝giger beruflicher Nutzung steuerlich nicht abzugsf├Ąhig

07.03.2018

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hat entschieden, dass Kosten f├╝r ein h├Ąusliches Arbeitszimmer nicht als Betriebsausgaben bei den gewerblichen Eink├╝nften aus dem Betrieb einer Photovoltaik-Anlage zu ber├╝cksichtigen sind, wenn eine geringf├╝gige betriebliche Nutzung des Arbeitszimmers vorliegt und der Raum vereinzelt privat genutzt wird.

Die verheirateten Kl├Ąger wohnen im Zust├Ąndigkeitsbereich des Finanzamtes Speyer-Germersheim, sind beide berufst├Ątig und haben zwei Kinder. Die Kl├Ągerin erzielt au├čerdem gewerbliche Eink├╝nfte aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage. F├╝r das Streitjahr 2010 errechnete sie einen Verlust in H├Âhe von rund 1.795 Euro und machte (u. a.) Aufwendungen f├╝r ein Arbeitszimmer in H├Âhe von 1.700 Euro als Betriebsausgaben geltend. Die Aufwendungen f├╝r das Arbeitszimmer entsprechen 8,1 % der Gesamtkosten f├╝r das Wohnhaus der Kl├Ąger und damit dem Fl├Ąchenanteil des Arbeitszimmers (11,93 qm) an der Gesamtwohnfl├Ąche (149,03 qm).

Das beklagte Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil f├╝r das Betreiben der Photovoltaikanlage kein Arbeitszimmer erforderlich sei. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Auch das Finanzgericht versagte den Betriebsausgabenabzug, allerdings mit einer anderen Begr├╝ndung:

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) sei zwar nicht die "Erforderlichkeit", aber der Umfang der Privatnutzung eines h├Ąuslichen Arbeitszimmers zu pr├╝fen. Denn Aufwendungen f├╝r einen in die h├Ąusliche Sph├Ąre des Steuerpflichtigen eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Eink├╝nften als auch - in mehr als nur untergeordnetem Umfang - zu privaten Zwecken genutzt werde, seien insgesamt nicht abziehbar. Eine Aufteilung der Kosten finde nicht statt. Das Gericht habe aber nach W├╝rdigung aller Umst├Ąnde (u. a. den Feststellungen des Ermittlungsbeamten) die ├ťberzeugung gewonnen, dass das Arbeitszimmer allenfalls wenige Stunden pro Jahr f├╝r betriebliche Zwecke und im ├ťbrigen entweder privat oder gar nicht genutzt worden sei. Der Anteil der Privatnutzung sei zwar nicht zweifelsfrei feststellbar. Erfolge aber - wie hier - eine nur geringf├╝gige betriebliche Nutzung, sei der Betriebsausgabenabzug schon dann zu versagen, wenn der Raum auch nur vereinzelt privat genutzt werde.

(FG Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung vom 21.02.2018 zu vom 25.01.2018 - Urteil 6 K 2234/17)