Maserati als Gesch├Ąftswagen: Anteil der betrieblichen bzw. privaten Nutzung nur durch ordnungsgem├Ą├čes Fahrtenbuch nachweisbar

25.12.2017

Die Frage, ob und ggf. in welchem Umfang ein Gesch├Ąfts- bzw. Firmenwagen privat genutzt wird, stellt sich nicht nur bei Arbeitnehmern ("geldwerter Vorteil" = Arbeitslohn), sondern auch bei Gewerbetreibenden und Selbst├Ąndigen, da auch sie die entsprechende Privatnutzung zu versteuern haben (sog. "Entnahme"). Der Wert, der f├╝r den Vorteil bzw. die Entnahme anzusetzen ist, h├Ąngt von den Kosten bzw. dem Aufwand f├╝r das Fahrzeug und der H├Âhe des privaten Nutzungsanteils ab. Steht fest, dass ein Kfz privat genutzt werden darf bzw. genutzt wird, kann der Nachweis, in welchem Umfang es betrieblich bzw. privat genutzt wird, nur durch ein ordnungsgem├Ą├čes Fahrtenbuch gef├╝hrt werden. Gelingt dieser Nachweis nicht (was wegen der hohen Anforderungen, die an ein ordnungsgem├Ą├čes Fahrtenbuch zu stellen sind, h├Ąufig der Fall ist), muss die Privatnutzung zwingend nach der sog. 1 %-Regelung (sog. Nutzungspauschale) ermittelt werden. Da diese Methode regelm├Ą├čig zu einem h├Âheren Wert des Vorteils bzw. der Entnahme f├╝hrt, wird h├Ąufig ├╝ber die Ordnungsm├Ą├čigkeit eines Fahrtenbuchs gestritten. Wird es nicht anerkannt, ist die Nutzungspauschale in voller H├Âhe anzusetzen, es sei denn, sie ├╝berschreitet - wie im vorliegenden Fall - die tats├Ąchlichen Aufwendungen f├╝r das Kfz. Dann greift n├Ąmlich eine Verwaltungsvorschrift (VV) des Bundesministeriums der Finanzen (aktuell: VV vom 18.11.2009 IV C 6 - S-2177 / 07 / 10004; BStBl I 2009, 1326), wonach das Finanzamt die Kostenpauschale aus Billigkeitsgr├╝nden auf den Betrag der Gesamtkosten des jeweiligen Kfz zu begrenzen hat (sog. Kostendeckelung).

Die Frist zur (beim BFH) einzulegenden Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision endet am 27. Dezember 2017.

(FG Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung vom 01.12.2017 zum Urteil vom 13.11.2017 - 5 K 1391/15)