Therapiehund als Arbeitsmittel einer Lehrerin

10.06.2019

Aufwendungen f├╝r einen Therapiehund k├Ânnen bei Lehrern zu den abzugsf├Ąhigen Werbungskosten geh├Âren. Dies hat der 10. Senat des Finanzgerichts M├╝nster entschieden.

Die Kl├Ągerin war als Lehrerin an einer Realschule t├Ątig, zu deren Lehrkonzept tiergest├╝tzte P├Ądagogik geh├Ârte. Auf einer Schulkonferenz wurde der Beschluss gefasst, zur Umsetzung dieses Konzepts einen Therapiehund anzuschaffen. Die Kl├Ągerin wurde mit der Ausbildung und der au├čerschulischen Versorgung des Hundes beauftragt. Sie erwarb daraufhin eine H├╝ndin, die in der Folgezeit zum Therapiehund ausgebildet wurde. In ihren Steuererkl├Ąrungen der Streitjahre machte die Kl├Ągerin die von ihr f├╝r die H├╝ndin getragenen Kosten, zu denen die Abschreibung, Aufwendungen f├╝r eine Tierhaftpflichtversicherung, Futtermittel, Hundepflege, Tierarzt, Besuch der Hundeschule sowie die Kosten der Ausbildung als Therapiehund geh├Ârten, als Werbungskosten geltend.

Das Finanzamt ber├╝cksichtigte die Aufwendungen nicht und verwies darauf, dass es sich bei dem Therapiehund nicht um ein Arbeitsmittel handele. Der Therapiehund k├Ânne insbesondere nicht mit einem Polizeihund verglichen werden, da Polizeihunde Eigentum des Dienstherrn und nicht des jeweiligen Polizisten seien.

Der 10. Senat des Finanzgerichts M├╝nster folgte grunds├Ątzlich der Auffassung der Kl├Ągerin, dass es sich bei dem Therapiehund um ein Arbeitsmittel handele, und erkannte die Aufwendungen teilweise als Werbungskosten an. Der Senat f├╝hrte zur Begr├╝ndung aus, dass die Aufwendungen f├╝r den Therapiehund im Grundsatz beruflich veranlasst gewesen seien, da der Hund der Erledigung dienstlicher Aufgaben der Kl├Ągerin diene und im Rahmen eines von der Schulkonferenz beschlossenen Programms an den Unterrichtstagen der Kl├Ągerin eingesetzt werde. Der Therapiehund sei aber nicht ausschlie├člich beruflich "im Einsatz", sondern auch in intensiver Weise Bestandteil des Privatlebens der Kl├Ągerin. Die Aufwendungen seien deshalb nach dem zeitlichen Anteil der beruflichen und privaten "Verwendung" des Therapiehundes aufzuteilen.

Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

(FG M├╝nster, Pressemitteilung vom 02.05.2019 zum Urteil 10 K 2852/18 vom 14.03.2019)