Umsatzsteuer: Kein steuerbarer Leistungsaustausch bei platzierungsabhängigen Preisgeldern

19.12.2018

Die Teilnahme an einem Pferderennen ist nicht umsatzsteuerbar, wenn dem Eigent√ľmer der Rennpferde lediglich ein platzierungsabh√§ngiges Preisgeld gezahlt wird.

Mit einem entsprechenden Urteil hat sich der Bundesfinanzhof (BFH) der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ√§ischen Union angeschlossen, wonach die Teilnahme an einem Wettbewerb (Pferderennen) grunds√§tzlich keine gegen Entgelt erbrachte Dienstleistung darstellt. Etwas anderes gilt lediglich, wenn f√ľr die Teilnahme ein Antrittsgeld oder eine andere unmittelbare Verg√ľtung gezahlt wird.

Der Streitfall betraf eine GmbH, deren Zweck u.a. im Kauf und Verkauf sowie der Ausbildung von Pferden bestand. Sie erkl√§rte Ums√§tze aus Verkaufserl√∂sen und Preisgeldern und machte Vorsteuern aus dem Kauf von Pferden, eines LKW nebst Anh√§nger sowie eines Pkw geltend. Das Finanzamt versagte den Abzug der geltend gemachten Vorsteuerbetr√§ge. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage unter Hinweis auf das Abzugsverbot f√ľr Repr√§sentationsaufwendungen ab.

Die Revision hatte Erfolg. Der BFH hob das Urteil auf, da das FG bei seiner Entscheidung noch von der Umsatzsteuerbarkeit aller Ums√§tze aus der Teilnahme an Pferderennen sowie einer hierauf beruhenden Unternehmerstellung der GmbH ausgegangen war. Im zweiten Rechtsgang wird das FG insbesondere zu pr√ľfen haben, ob die von der GmbH erkl√§rten Ums√§tze aus Pferderennen in voller H√∂he auf (nicht steuerbare) Preisgelder entfallen oder ob darin auch steuerbare Antrittsgelder enthalten sind.

Das Urteil hat √ľber den entschiedenen Fall hinaus Bedeutung f√ľr die Steuerbarkeit von √§hnlichen T√§tigkeiten, die mit ungewisser Entgelterwartung ausge√ľbt werden. Dazu geh√∂rt auch die Teilnahme an Pokerturnieren (vgl. dazu BFH-Urteil vom 30. August 2017 XI R 37/14, BFHE 259, 175: Keine Umsatzsteuer auf Pokergewinne).

(Bundesfinanzhof, Pressemitteilung Nr. 65 vom 5.12.2018 zu Urteil vom 2.8.2018 - V R 21/16)