Zugbegleiterin hat keine regelm├Ą├čige Arbeitsst├Ątte

19.12.2017

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hat entschieden, dass eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst t├Ąglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, dort dennoch keine regelm├Ą├čige Arbeitsst├Ątte hat, weil sie ihre Hauptt├Ątigkeit im Zug erbringt.

Die Kl├Ągerin war im Streitjahr 2013 als Zug-Servicemitarbeiterin bei der DB Fernverkehr AG besch├Ąftigt. F├╝r die Fahrten zwischen ihrem Wohnort und dem Bahnhof K├Âln (Dienstbeginn) hatte sie von der Arbeitgeberin ein Job-Ticket erhalten. In der Einkommensteuererkl├Ąrung f├╝r das Jahr 2013 machte die Kl├Ągerin f├╝r die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst├Ątte die (vom genutzten Verkehrsmittel unabh├Ąngige) Werbungskostenpauschale geltend (= Entfernungskilometer x 0,30 Euro). Das beklagte Finanzamt stufte die Fahrten zwischen Wohnort und Bahnhof allerdings nicht als Wege zwischen Wohnung und regelm├Ą├čiger Arbeitsst├Ątte, sondern als Dienstfahrten ein und erkannte wegen des Job-Tickets keine Werbungskosten an.

Dagegen erhob die Kl├Ągerin erfolglos Klage.

Auch das FG vertrat die Auffassung, dass die Kl├Ągerin keine regelm├Ą├čige Arbeitsst├Ątte habe, obwohl sie t├Ąglich ihren Dienst am selben Bahnhof beginne und beende. Entscheidend sei, wo sich der Mittelpunkt ihrer beruflichen T├Ątigkeit befinde. Schon ihre Berufsbezeichnung spreche daf├╝r, dass dieser Mittelpunkt in den jeweiligen Z├╝gen liege. Au├čerdem werde hier der Umsatz zugunsten der Arbeitgeberin generiert. Bei den am Betriebssitz der Arbeitgeberin ausgef├╝hrten T├Ątigkeiten einschlie├člich der Einzahlung der Einnahmen nach Fahrtende handle es sich lediglich um arbeitsbegleitende Handlungen, die gegen├╝ber der im Zug zu erbringenden Hauptt├Ątigkeit von nur geringem Gewicht seien. Die Kl├Ągerin habe daher in den jeweiligen Z├╝gen eine Ausw├Ąrtst├Ątigkeit ausge├╝bt. Die Fahrten zwischen Wohnung und Bahnhof seien daher keine Fahrten zwischen Wohnung und regelm├Ą├čiger Arbeitsst├Ątte, sondern Dienstreisen. Bei einer Ausw├Ąrtst├Ątigkeit bzw. Dienstreisen k├Ânnten zwar grunds├Ątzlich alle dadurch verursachten Reisekosten als Werbungskosten abgezogen werden. Weil der Kl├Ągerin aufgrund ihres Job-Tickets allerdings keine eigenen Aufwendungen entstanden seien, scheide auch ein Werbungskostenabzug aus.

Die Revision wurde nicht zugelassen.

Die Frist zur Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde endet am 24. Januar 2017 (Eingang beim Bundesfinanzhof).

(FG Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung vom 01.12.2017 zu Urteil vom 23.11.2016 - 2 K 2581/14)